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03.05.2019

Fokus Forschung: Therapieempfehlungen zur Verbesserung der Mobilität bei Multiple Sklerose

In der letzten Woche haben wir Ihnen bereits einige Hilfsmittel zur Befundung von MS Patienten vorgestellt. Unser heutiger Artikel beschäftigt sich mit den Behandlungsempfehlungen der Konsensusfassung S2e Leitlinie der DGNR „Bewegungstherapie zur Verbesserung der Mobilität von Patienten mit Multiple Sklerose“, an der federführend auch Reina Tholen, Mitarbeiterin von PHYSIO-DEUTSCHLAND, mitgewirkt hat.

Vorrangiges Therapiemittel zur Verbesserung der Mobilität von MS Patienten ist ein therapeutisch angeleitetes Gangtraining. Dieses kann auf dem Laufband oder konventionell auf dem Boden durchgeführt werden. In jedem Fall muss es derart gestaltet sein, dass die Patienten durch das Training auch im Ausdauer- und Kraftbereich gefordert werden. Im Vorfeld bietet es sich an, eine gezielte Testung von Fußbeuger, Hüftbeuger, Wadenmuskulatur und Quadriceps vorzunehmen, da diese Muskeln bei MS Patienten häufig ein Kraftdefizit aufweisen. Je nach Befund sollten dort befindliche Schwächen durch eine gesonderte Kräftigung der Muskulatur trainiert werden.

Eine schwache Empfehlung besteht für Balancetraining, das als ergänzendes Therapiemittel für die Gangsicherheit sowie insbesondere zur Sturzvermeidung empfohlen wird. Es kann das Gehtraining jedoch nicht ersetzen. Pilates, Yoga, Tai Chi und Hippotherapie zeigen in der Untersuchung ähnliche Wirkung wie klassisches Balancetraining, weshalb diese Therapieformen zur Variation insbesondere bei leicht betroffenen Patienten genutzt werden können.

Keine Empfehlung kann für Bewegungsvorstellung und Vibrationstraining gegeben werden. Diese zeigten in der Studie keinerlei Auswirkung auf die Mobilität der Patienten.

Grundsätzliches Ziel der Behandlung von MS Patienten ist die Steigerung der eigenen Aktivität. Diese soll sich auch bei Erkrankten nach den Bewegungsempfehlungen der WHO richten (150 Minuten moderate Intensität pro Woche bzw. 75 Minuten hohe Intensität pro Woche). Selbstverständlich müssen dabei die individuellen körperlichen Voraussetzungen der Patienten berücksichtigt werden. In diesem Zuge untersuchte die Studie auch den Einfluss von Telerehabilitation, beispielsweise in Form von Virtual Reality oder Telekommunikation (Videoanleitung). Es konnte gezeigt werden, dass diese Verfahren die Aktivität der Patienten im Alltag deutlich erhöhten und dadurch die therapeutischen Interventionen sinnvoll ergänzen.

In der angehängten Übersichtsgrafik finden Sie alle Behandlungsempfehlungen noch einmal zusammengefasst.