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18.04.2018

MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2018

  • Die Arbeit des Landesverbandes transparent gemacht

  • Interessante, offene Podiumsdiskussion zur Akademisierung

Im schneebedeckten, schönen Mainz trafen pünktlich am 3. März, 43 Physiotherapeuten zur diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung ein; etliche angekündigte Mitglieder hatten aufgrund der schlechten Wetterbedingungen verständlicherweise kurzfristig die Reise nach Mainz nicht angetreten.

Die Anwesenden erwartete umfassende Informationen über die vielschichtigen Themen und Aufgaben des vergangenen Jahres sowie auch über die Zielsetzungen und vorgesehenen Entwicklungsschritte für den Berufsstand in der Zukunft.

Die Agenda, der sich der Vorstand des Landesverbandes 2017 annahm, war breit gefächert und reichte von der Ausbildung über die Vergütung bis hin zum Direktzugang. Dabei wurde offensichtlich, dass sich einige berufsständische und berufspolitische Themen über Jahre hinweg entwickeln müssen, bis sich der erwünschte Erfolg einstellt. Als Beispiel sei hier die Bekämpfung des Fachkräftemangels genannt; obwohl hier bereits einige Weichen, dank der guten Zusammenarbeit mit unseren Landesministerien gestellt worden sind, greifen diese erst mit großer zeitlicher Verzögerung. 13 Physiotherapieschulen in Rheinland-Pfalz sind mittlerweile schulgeldfrei, ein Erfolg, der sich sehen lässt! Auch im Bereich der Vergütung für physiotherapeutische Leistungen gibt es eine absolut positive Entwicklung! Hierdurch kann sich nun schrittweise der jahrelange, angestaute Kostendruck in den Praxen entspannen und die Praxisinhaber werden in die Lage versetzt, ihre Angestellten besser zu vergüten.

Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes verdeutlichte, dass sich der lange Atem gegenüber der Politik gelohnt hat, so war das HHVG, das im April 2017 in Kraft getreten ist, ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung und dessen Erfolge nun sichtbar werden. Die Preisverhandlungen mit den Kostenträgern waren dennoch sehr schwierig, aber ohne die neuen gesetzlichen Regelungen wären Preisabschlüsse, wie sie für den Dreijahreszeitraum 2017 - 2019 erreicht werden konnten(> 30% innerhalb von 3 Stufen) , niemals möglich gewesen. Hier zeigt sich abermals, dass sich die Sichtweise der Politik und der Krankenkassen, im Hinblick auf die Sicherung der physiotherapeutischen Versorgung sehr unterscheidet.

"Es ist nun das Ziel, die Abkoppelung von der Grundlohnsummenentwicklung auch über das Jahr 2019 hinaus gesetzlich zu regeln, damit sich die positive Preisentwicklung fortsetzen kann", teilt Dagmar Schlaubitz der Mitgliederversammlung mit. "Das ist eine Voraussetzung, den Beruf attraktiver zu machen, um die Abwanderung aus dem Beruf zu stoppen und mehr junge Menschen für die Ergreifung dieses Berufes zu gewinnen".

Michael Alles verdeutlichte in seinem Rechenschaftsbericht: "Die gesetzlichen Grundlagen für Modellvorhaben "Blankoverordnung" und damit ein Schritt zum Direktzugang sind gelegt, dennoch gilt es noch zahlreiche Hürden in der Umsetzung aus dem Weg zu räumen, die über zahlreiche weitere Gespräche überwunden werden müssen."

Peter Reiland gab in seinem Rechenschaftsbericht einen umfassenden Rückblick auf den Fortbildungsbereich des vergangenen Jahres: "Der Landesverband bietet auch in Zukunft ein verschlanktes, aber qualitativ hochwertiges Angebot an Fortbildungen an, diese Selektion und eine dauerhaft gute Fortbildungsbetreuung werden sich auch künftig bewähren."

In der Angestelltenarbeit liegt die Zielsetzung schwerpunktmäßig, verbesserte Rahmenbedingungen für die Berufsausübung zu schaffen. Dabei ist die Entlohnung selbstverständlich ein ganz elementarer Punkt. Hier verzahnt sich die Interessenvertretung für den gesamten Berufsstand, die von PHYSIO-DEUTSCHLAND als einzigem Berufsverband in dieser Form umgesetzt wird. Des Weiteren wurden im vergangenen Jahr -vom Landesverband gestützte spezifische Angestellten-Seminare-, wie zum Beispiel im Bereich der Kommunikation angeboten, die sehr gut angenommen worden sind. Diese fortsetzend, wird man sich mit Ausblick auf 2018 zusätzlich der Thematik "Befunderhebung und Dokumentation" annehmen, sowie auch der "Gehaltsberechnung".

Themen von PHYSIO-DEUTSCHLAND - mit ersten Erfolgen belohnt!

  • Fachkräftemangel

  • Vergütung (Erfolge initiiert durch die "Kampagne 38,7 % mehr wert!")

  • Beihilfe  - Erhöhung der Erstattungssätze für Bundesbeamte von 20 + 10 Prozent (Landesbehörden sind aufgefordert zu folgen)

  • Schulgeldfeie Ausbildung

  • Ausbildungsvergütung (wird 2018 behandelt)

  • Akademisierung

  • Überarbeitung des Berufsgesetzes (MPhG)

  • Direktzugang

  • Mitgliederorganisation: Gewinnung von Berufskollegen für den Verband

Der Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland weist - bei vergleichsweise bundesweit sinkenden Zahlen - eine stabile Mitgliederentwicklung auf und wird sich auch weiterhin für einen Mitgliederzuwachs einsetzen.

Die Rückmeldungen aus dem Plenum zeugten von Zufriedenheit mit der Arbeit des Landesverbandes als ihre berufsständische Vertretung; der Vorstand wurde mit großem Applaus für das Jahr 2017 einstimmig entlastet!

Michael Preibsch, stv. Vorsitzender des Bundesverbandes, schlägt ebenfalls einen Bogen über die großen berufspolitischen Themen, denen sich der Berufsverband auf Landes- und Bundesebene gezielt und mit großem Einsatz gestellt hat. Er hebt die sich aktuell positiv abzeichnende Entwicklung und bereits vorliegenden guten Ergebnisse hervor und appelliert an alle Berufskollegen: "Dies sollte weitere physiotherapeutischen Kolleginnen und Kollegen veranlassen, sich verbandsmäßig zu organisieren, denn von den Ergebnissen profitieren alle, aber nur ein kleiner Teil finanziert die Arbeit!"

"Ein Verband ist nur so stark wie seine Mitglieder!"

  

Ehrung für 25-jährige Vorstandstätigkeit

Peter Reiland, setzt sich seit 25 Jahren in einem Vorstandsamt für die Belange der Physiotherapeuten ein! Die Mitgliederversammlung zollt Dank mit einem langanhaltenden Applaus bei der Überreichung eines Präsentes mit anerkennenden Worten durch seine Vorstandskollegen.

Die offene Podiumsdiskussion: " Alle studieren? - Wer macht die Arbeit?" - Wie verändert Akademisierung die Patientenversorgung und unsere Arbeitswelt?" von Bernd Conrad, Beirat und Schulleiter der Physiotherapieschule in Lebach moderiert, fand großes Interesse.

Neben zahlreichen Fragen an die Podiumsteilnehmer, brachte das Plenum sich im Hinblick auf den Veränderungsprozess durch die Akademisierung mit eigenen Statements in die Diskussion ein. Von allen, für unabdingbar wird gesehen, den Schwerpunkt weiterhin auf die praktische Ausbildung und Arbeit am Patienten zu legen, um dem Versorgungsauftrag - auch in Zukunft - gerecht werden zu können. Hier finden Sie weitere Informationen zu der Podiumsdiskussion.

Der Berufsverband wird sich in den nächsten Jahren weiter in den Prozess der Akademisierung engagiert einbringen und dabei den gesamten Berufsstand im Auge behalten.


Ein Thema von vielen, über das unsere Mitglieder weiterhin regelmäßig informiert werden. Die interessante und sehr harmonisch verlaufende Mitgliederversammlung schließt, nachdem alle Fragen aus den Mitgliederreihen beantwortet werden konnten.